BSV-Seminar am 04. März in Baden-Baden
Der nachfolgende Bericht enthält auch persönliche Wertungen des Sachverhaltes. Andere mögen es anders sehen.
Beim BSV-Seminar waren vom Bezirk Freiburg Heico Stückle (Bezirksvorsitzender und 1. Vorsitzender des SC Gundelfingen), Winfried Schüler (stellvertr. Bezirksvorsitzender, 1. Vorsitzender des SC Ebringen), Alexander Lang (1. Vorsitzender des SC Oberwinden) und Gunter Sponagel (SC Waldkirch) anwesend. Vom Bezirk Hochrhein waren die Vereine Brombach (mit RTL Markus Haag und dem Bezirksvorsitzenden des Hochrheins, Hans-Peter Rothmund sowie dem BSV-Kassierer Martin Rothmund) sowie Waldshut-Tiengen vertreten.
Bezirksneuordnung:
Einigkeit bestand unter den anwesenden Vertreten der Vereine wie des BSV darin, dass zum Erhalt eines ordentlichen Turnierbetriebes im Südwesten eine Neuordnung der Bezirke Freiburg, Hochrhein, Schwarzwald und Bodensee unumgänglich sein dürfte., die auch benachbarte württembergische Kreise bzw. Bezirke in den Räumen Rottweil und Tuttlingen einschließen sollte. Dies unabhängig davon, ob es zu einem Zusammenschluss mit Württemberg kommt. Ein gemeinsamer Landesverband würde nur die Neuordnung im Raum Schwarzwald-Baar-Heuberg und Bodensee erheblich erleichtern.
Bezirkszugehörigkeit der Vereine im Landkreis Emmendingen und Ettenheims:
Klargestellt wurde von den Mitgliedern der gemeinsamen
Kommission, dass
die Bezirksabgrenzung lediglich ein Entwurf sei und man sich auch
andere Abgrenzungen, gerade was die Region zwischen Oberrhein und
Schwäbischer Alb angehe, vorstellen könne, wenn dies
den betroffenen
Vereinen besser entgegenkäme. Die vorgeschlagenen
Bezirksgrenzen
seien keineswegs der Weisheit letzter Schluss, sondern nur ein Entwurf
aufgrund eines bestimmten Konzeptes, das für
Änderungen offen
sei.
Gegen eine weitere Zugehörigkeit der Vereine des Landkreises
Emmendingen und Ettenheims zum Bezirk Freiburg habe man daher nichts
einzuwenden, sofern die dortigen Vereine dies wünschten. Eine
Eingliederung in den Bezirk Ortenau würde also gegen den
Willen
der bisher im Bezirk Freiburg spielenden Vereine nicht erfolgen.
Zukunft des Bezirks Hochrhein:
Kein Entwurf einer Neugliederung des Spielbetriebs sieht ein Fortbestehen des Bezirks Hochrheins vor. Dieser ist nach allgemeiner Auffassung für einen geregelten Spielbetrieb zu klein. Damit erscheint eine Angliedrung an den Nachbarbezirk Freiburg unvermeidlich. Lediglich bei den Vereinen im Landkreis Waldshut ergäbe sich auch noch die Möglichkeit einer Angliederung an die Bezirke Schwarzwald oder Bodensee (oder einen aus diesen beiden Bezirken fusionierten Bezirk).
Grundlagen einer Neuordnung der Bezirke:
Der Badische Schachverband ist allen Schachvereinen in seinem
Wirkungsgebiet verpflichtet. Es gehört zu seinen vornehmsten
Aufgaben, allen Schachinteressierten die Möglichkeit zur
Teilnahme
an einem geregelten Turnierbetrieb zu geben. Dabei hat er die
Interessen aller Vereine und Regionen zu berücksichtigen. Die
Gliederung in Bezirke regelt die Satzung des BSV, die der
Bezirk
Freiburg in seiner eigenen Satzung als für sich bindend
anerkennt.
Im Falle der Zuordnung der Vereine im Landkreis Emmendingen sowie
Ettenheims brächte die Änderung der
Bezirkszugehörigkeit
zur Ortenau keinen besser funktionierenden Spielbetrieb als bisher
zustande. D.h. hier würde wegen des fehlenden sachlichen
Grundes nach Aussage des BSV-Präsidenten wie seiner beiden
Stellvertreter nicht gegen den Willen der Vereine eine
Neuzuordnung vorgenommen werden.
Anders sieht es dagegen beim Bezirk Hochrhein aus. Hier kann der
Badische Schachverband vom Bezirk Freiburg (oder auch den Bezirken
Schwarzwald bzw. Bodensee) eine Aufnahme von Hochrheinvereinen
verlangen, wenn nur so ein vernünftiger Spielbetrieb
möglich ist. Bei der gegenwärtigen Bezirksliga
Hochrhein
kann wohl nur unter großem Wohlwollen von
einem
vernünftigen Spielbetrieb gesprochen werden. D.h. wenn es hart
auf
hart käme, müsste der Bezirk Freiburg Mitglieder aus
dem bisherigen
Hochrhein aufnehmen.
In recht vielen Stellungnahmen von Freiburger Vereinen wurde darauf
hingewiesen, dass die wenigen Vereine oder die Struktur des Bezirks
Hochrhein nicht das Problem des Bezirks Freiburg seien. Das ist auf den
ersten Blick richtig. Die Schwierigkeiten des Hochrheins sind, sofern
sich der Bezirk Hochrhein an den Badischen Schachverband wendet, aber
ein Problem des Badischen Schachverbandes. Dieser kann, nur
weil
einigen Freiburger Vereinen Entfernungen zu groß sind, die in
anderen Regionen Badens oder auch Deutschlands für
Schachvereine
durchaus normal sind, jedoch wohl kaum Hochrheinvereine vom
Turnierbetrieb oder gleich den gesamten Hochrhein aus seinem
Wirkungsgebiet ausschließen.
Der Badische Schachverband würde in einem solchen Fall daher
meines Erachtens keine andere Wahl haben, als die Vereine des Bezirks
Hochrhein auf die Nachbarbezirke, d.h. im wesentlichen oder zur
Gänze dem Bezirk Freiburg, zuzuordnen, sofern es am Hochrhein
nicht völlig unerwartet eine Welle von
Vereinsneugründen gibt. Davon ist aber trotz der
Wiedergründung Wehrs wohl nicht
auszugehen. Insofern ist die Krise des Bezirks Hochrhein sehr wohl auch
ein Problem des Bezirks Freiburg. Man kann, wie in der Politik
üblich, erst einmal so tun, als ginge es einen ja nichts an.
Solche Kurzsichtigkeit rächt sich aber, denn wenn wir uns
selbst
nicht aktiv an einer für alle einigermaßen
annehmbaren
Lösung der Problematik beteiligen, dann werden es andere
für
uns tun. So einfach ist das, ob es uns nun passt oder auch nicht.
Winfried Schüler
2. Vorsitzender des Bezirks Freiburg


