Der nachfolgende Bericht gibt meine persönlichen Eindrücke
wieder und ist dementsprechend - besonders beim Thema Alkohol - sehr
subjektiv gefärbt.
Winfried Schüler, Internet-Beauftragter
Der Bezirk war durch den 2. Vorsitzenden Heico Stückle (Gundelfingen) und die Delegierten Jens Höfflin (Dreisamtal) und Winfried Schüler (Ebringen) vertreten. Alle drei Bezirksvertreter sind Mitglieder des Bezirksvorstandes. Im Jahr 2004 findet der Verbandstag übrigens in Waldkirch-Kollnau statt, so dass dann der Bezirk hoffentlich vollzählig mit sieben Vertretern anwesend sein wird.
Die Stimmung im amtierenden und
bis auf den freiwillig ausgeschiedenen Rainer Denz wiedergewählten
Präsidium ist ziemlich schlecht. Präsident Eberhard Beikert
wohnte dem Verbandstag über mehrere Stunden von einem Platz im
Delegiertenbereich und nicht vom Platz des Präsidenten auf dem
Podium bei. Falls das nichts zu bedeuten hatte, so sollte er bedenken,
dass man als Delegierter angesichts der Äußerungen von
Präsidiumsmitgliedern zu anderen Schlüssen gelangen musste.
Obwohl sich das Präsidium anfangs des Verbandstages
zusammengerauft zu haben schien, ließ dann der Bericht des
Schatzmeisters Wolfgang Finkbeiner den tiefen Riss im Präsidium
erkennen. Er kündigte
an, im Falle einer Wahl von Volker Widmann zum Vizepräsidenten
sein Amt zur Verfügung zu stellen. Volker Widmann wurde von
Eberhard Beikert in Schutz genommen.
Finkbeiner kündigte außerdem an, dass das erweiterte
Präsidium am Vorabend des Verbandstages beschlossen habe, den
säumigen beitragszahlenden Vereinen nunmehr eine letzte
Zahlungsaufforderung zukommen zu lassen und danach bei nicht
erfolgender Zahlung die satzungsmäßigen Sanktionen
(Ausschluss vom Spielbetrieb) zu verhängen.
Ob sich das neu gewählte Präsidium tatsächlich wieder zu
einer fruchtbaren Zusammenarbeit wird durchringen können, bleibt
zu hoffen, doch wie ein Delegierter meinte, seien die Wetterleuchten am
Horizont unübersehbar.
Die Ergänzung der Turnierordnung, nach der es künftig
verboten ist, bei Schachspielen oberhalb der Bezirksliga im
Spielbereich Alkohol zu verzehren, wurde mehrheitlich (etwa im
Verhältnis 6:4) angenommen, ungeachtet der fragwürdigen
praktischen Umsetzung: Es wird zwar der Verzehr alkoholischer
Getränke nicht gestattet sein, aber so wie man auch beim
Rauchverbot die Schachtel Cigaretten neben das Brett legen darf, wird
man auch beim
Alkoholverbot die Flasche Bier oder das Glas Wein weiterhin neben das
Brett stellen dürfen (es steht ja nichts von "Lagern" in der TO).
Zum Trinken wird man jedoch aufstehen und einen Meter zurücktreten
müssen, um den Spielbereich zu verlassen.
Die Versammlung ließ sich vom Argument leiten, dass das
Alkoholverbot zum Schutz der Jugend vor schlechten Vorbildern notwendig
sei. Von den Freiburger Delegierten stimmte Jens Höfflin für
die neue Regelung; Heico Stückle und Winfried Schüler
stimmten dagegen.
Kommentar:
Wir dürfen daher demnächst erwarten: Verbot des Essens von
Chips und Flips wegen der störenden Schmatzgeräusche,
koffeinhaltiger Getränke wegen Verstoßes gegen die
Dopingrichtlinien des IOCs (damit Schach endlich olympisch werden
kann), Verbot von Shorts und Sandalen bei Männern sowie zu kurzen
Röcken bei Frauen bzw. allgemein ein Verbot des Zeigens
entblößter Körperteile unterhalb des Halses
(außer den Händen und Unterarmen) für beide
Geschlechter wegen Unsittlichkeit und damit verbundener Gefährdung
der Jugend. Eng anliegende Kleidung wie Leggings oder
Radfahrerbekleidung sollte auch verboten werden. (Für blonde
Frauen ist in diesem Zusammenhang eine Kopftuchpflicht zu
erwägen). Wir können in diesen Punkten ja bei unserer
Bezirksturnierordnung eine Vorreiterrolle einnehmen und diese minimalen
Regelungen zum Schutze der Jugend und der Seriosität des
Schachsports noch ausdehnen.
Es ist offenkundig das Ziel beider Verbände, im Jahr 2010 -
anlässlich des dann anstehenden 100-jährigen Jubiläums
des badischen und des württembergischen Schachverbandes - einen
gemeinsamen Landesverband zu gründen.
Hierfür sollen ab kommendem Jahr Haushaltsmittel bereitgestellt
und eine Kommission gegründet werden. Der Antrag ging mit
großer Mehrheit durch. Von den anwesenden Delegierten des Bezirks
enthielt
sich Heico Stückle; Jens Höfflin und Winfried Schüler
stimmten dagegen.
Zur Sachlage:
Beide Verbände sind derzeit auf Bezirksebene sehr
unterschiedlich
strukturiert. Württemberg weist dabei meines Erachtens derzeit
leistungsfähigere Bezirksstrukturen auf. Man wird auf badischer
Seite daher nicht um einen Neuzuschnitt der Bezirke herumkommen, wenn
man auch auf Bezirksbene leistungsfähige, mit Württemberg
konkurrenzfähige Strukturen schaffen will.
Es ist auch klar, dass bei einer Neuordnung der Bezirke auf Landesebene
auf die historischen Grenzen keine Rücksicht genommen werden
sollte
- schließlich ist beispielsweise der badische Bezirk
Pforzheim jetzt schon zur Hälfte im alten Württemberg liegend.
Man kann auch davon ausgehen, dass der neue Landesverband eine
möglicherweise hauptamtliche Geschäftsstelle in Stuttgart
bekommen wird, andererseits könnte eine zentrale Struktur durch
den Fortschritt in der Informationstechnologie gänzlich
überflüssig werden. Die Entwicklung einer schlanken,
dezentralen Organisation ist möglicherweise ein positiver
Nebeneffekt des Zusammengehens beider Verbände. Der Leistungssport
dürfte wohl in Baden-Baden konzentriert werden.
Winfried Schüler, Internet-Beauftragter